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Dokumentarfilm: Anton Bruckner – A Giant in the Making

Dokumentarfilm: Anton Bruckner – A Giant in the Making

Krasse Nummer. Mein erster großer Dokumentarfilm, und das als Chefkameramann. Manchen nennen den DoP (Director of Photography; das sind angeblich immer Leute, die das studiert haben), andere Ersten oder den Lichtsetzenden Kameramann, vernünftigen Menschen ist egal wie das heißt.

Da war irgendwann 2018 die Frage der Produktionsfirma: traust du dir das zu? Bei einem großen Kino-Dokumentarfilm? Über den Komponisten Anton Bruckner? Mit dem Regisseur Reiner Moritz?
Nachdem ich dann schnell ja gesagt habe, rückten sie damit raus, dass auch noch Konzerte aufgezeichnet werden mussten. Dazu sollten in Rekordzeit mit Minimalbesteck und Minimalbudget und Minimalpersonal mal eben Vierseithöfe ausgeleuchtet werden. Und ein Dom.
Wenn ich aber im Vorfeld irgendwas gelernt hab, dann ist das, wie man mit fast nichts irgendwas dreht.
Und so begann Mitte 2018 die Planung. Aus meinem Kollegenkreis rekrutierte ich das Team, dazu kamen lauter junge Kollegen und Praktikanten aus dem Umfeld des Studio Halle. Eine coole, unverkrampfte, sehr belastbare Truppe. Technik wurde aus unserem eigenen Technikpark sowie von den Jungs von Ludwig Kameraverleih und den Maier Bros. aus Leipzig besorgt.
So hatten wir zum Schluss einen Mix aus:
- meiner Sony FS7MK2, einer FS5, einer GH4, einer DVX200, einer Xiaomi Yi 4K+ (cool dank Sony-Chip) - und ja, das kann man alles zusammen matchen!,
- diversen Litepanels, einigen 650er Stufenlinsen an T-Bars, einigen 575ern, 2 2,5KW ArriSuns, LED-Dedos
- und natürlich jeder Menge Chimeras, sonstigen Softboxen, Stativen, Grip, Fahnen, Verläufen, Folien und Zubehör wie Maglinern, Paganini, Praktikablen und so weiter.
Das ganze wurde wie bei aktuellen Projekten bei uns üblich in 4K50 aufgezeichnet und tonseitig so, dass eine Dolby-Atmos-Mischung möglich wäre, wie wir mit der Aufzeichnung des Silly-Konzertes bereits testen konnten.

Und damit sind wir drehen gefahren. Manchmal war der Zeitplan so bemessen, dass eine Unit gedreht hat, während eine andere am Auf- oder Abbau war. So so wechselten sich Konzert- und Interview mit Landschafts- und Stadtimpressionen ab.

Teleprompter-Einsatz im Musikvereinssaal in Wien

Ein Brief von Richard Wagner. Im Original natürlich.

Dreh über den Dächern von WienDer Passat als Kamerawagen im Mostviertel in Oberösterreich
Der Chor sind sich warm beim Dreh für den Dokumentarfilm Anton Bruckner – A Giant in the MakingDie Technik in einem Vierseithof in Oberösterreich
Wir kamen an wunderbare Orte wie dem Stift St. Florian in Oberösterreich mit seiner Wahnsinns-Bibliothek, dem Linzer Dom, der Villa Wahnfried in Bayreuth, dem dortigen Festspielhaus und nicht zuletzt der Landschaft in Oberösterreich.

Die Bibliothek im Stift St. Florian
Spannend war auch die Arbeitsweise der französischen Kollegen von Telmondis zu sehen. Diese haben in der Stiftskirche des Stifts St. Florian im Jahr 2018 zwei der Sinfonien Bruckners mitgeschnitten, aufgeführt von den Münchener Philharmonikern unter der Leitung von Valerij Gergiev. Die haben da doch etwas mehr Besteck aufgefahren als wir in unserer Sprinter hätten packen können. Aber das waren ja auch mehr Leute…
Am Ende darf ich nicht ohne Stolz berichten, dass außer kleinere Pannen die Dreharbeiten erfolgreich beendet sind. Vielen Tausend Dank an mein wunderbares Team.
Anfang September 2019 beginnt der Schnitt; Premiere ist zur Berlinale 2020 geplant.

Vorher stehen wir aber im Kameramann-Magazin:

Wie im Drehspiegel des Kameramann-Magazins