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ILÜ 2017: Videotechnik und Livekamera

ILÜ 2017: Videotechnik und Livekamera

Captain here,
jetzt habe ich sogar mal für die Bundeswehr produziert. Fast drei Wochen lang im beschaulichen Brück in Brandenburg. Mit viel Sand, dafür ohne mobiles Internet.
Bei der Suche nach einer Abk. mit einem Vokal, einem Konsonanten und einem Umlaut ersonn man bei der Armee die ILÜ. Die Informations- und Lehrübung. Dort wird dem geneigten Publikum regelmäßig die Arbeit der Bundeswehr nähergebracht.
In unserem Fall ging es dabei um die Bergung und Versorgung von Verwundeten. Soldat wird also verwundet, evakuiert und transportfähig gemacht weiterversorgt. Das Procedere besteht aus 4 Stufen, die dem internationalen Zuschauern einzeln an Stationen präsentiert wurden. Dazu wurden im märkischen Sand Tribünen und LED-Leinwände aufgebaut und die Gäste mit Bussen von Station zu Station gefahren.
Von mir konzipierter und gebauter temporärer Ü-Wagen bei der ILÜ 2017 der Bundeswehr
Damit wir nicht pro Station eine eigene Liveregie aufbauen mussten, haben wir aus einem Transporter eine Art Ü-Wagen gebaut. Vor Ort lagen Kabel bereit, sodass das Fahrzeug von fleißigen Helfern nur noch angeschlossen werden musste, um betriebsbereit zu sein. Dafür und für die Fahrt von Station zu Station war genau soviel Zeit, wie die Busse mit den Gästen für denselben Weg brauchten.
Benötigt wurden eine Funkkamera (nämlich meine) und eine kabelgebundene. Und die ganze Infrastruktur dafür und sowohl die Video- als auch die Audioregie im Fahrzeug unterzubekommen, habe ich die Rücksitzbank umgedreht. In den Kofferraum passen genau zwei 19“-Racks nebeneinander. Diese haben wir mit Spanngurten in den vorhandenen Verzurrösen befestigt.
Zum Abspiel von MAZen (also für Videoeinspieler) verwendeten wir einen 21“-iMac mit Playback Pro. Auch dieser wurde sauber verzurrt, ebenso wie der Panasonic-Vorschaumonitor für den Blackmagic ATEM 2-Videomischer. Damit nichts direkt festgeklemmt und damit eventuell gequetscht wurde, haben wir alle Kontaktpunkte der Hardware mit den Gurten mit Holzleisten geschützt. Das hielt die ganze Zeit wie festgetackert.
Innenraum des Ü-Wagens bei der ILÜ 2017 der Bundeswehr
Meine Kamera war eine Sony EX1R, getuned mit einem Schulterrig von Lanparte. Damit die Konstruktion wie eine richtige Schulterkamera funktioniert, habe ich einen V-Mount-Adapter benutzt. Das ist gut für die Balance und auch zur Stromversorgung. Denn so konnte ich den Alphatron-Sucher am Chrosziel-Magicarm und die Paralinx-Funkstrecke mit Strom versorgen - und auch die Kamera. Der Signalweg lief dabei komplett über HDMI: aus der Kamera raus > Adapter auf Mini-HDMI > in den Sucher > dort durchgeschliffen in den Sender.
Spannend war die Befestigung der benötigen Antennen für den Audiofunk. Hier ist meine patentierte Saugnapf-Konstruktion auf der Windschutzscheibe (bis 80km/h getestet) zu sehen:
Antennen für Video- und Audiofunk am Ü-Wagen bei der ILÜ 2017 der Bundeswehr
Kabeldurchführung durch die natürlich mit Gaffer angeklebte Scheibe.
Die Videofunkstrecke von Paralinx ist mit einem Magnetfuß an der Karosserie des Fahrzeugs befestigt (rechts am Bildrand).
Die ganzen Konstruktionen hielten sauber fest und liefen fehlerfrei durch, wie ich nicht ganz ohne Stolz berichten darf. Dafür gab es sogar einen Daumen hoch vom schönen General.